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Konzernanhang

Allgemeine Angaben

(1) Unternehmensinformationen

Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 ist auf die das operative Geschäft des Merck-Konzerns führende MERCK Kommanditgesellschaft auf Aktien (Merck KGaA), Frankfurter Straße 250, 64293 Darmstadt, als Obergesellschaft aufgestellt. Gemäß den Vorschriften des Publizitätsgesetzes wird zusätzlich ein Konzernabschluss auf das oberste Mutterunternehmen, die E. Merck Kommanditgesellschaft (E. Merck KG), den Komplementär der Merck KGaA, dessen Kapitalanteil am 31. Dezember 2015 bei 70,274% lag, aufgestellt. Dieser Konzernabschluss schließt die Merck KGaA und ihre Tochtergesellschaften ein. Beide Abschlüsse werden beim Bundesanzeiger eingereicht und sind danach unter www.bundesanzeiger.de abrufbar.

(2) Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde im Einklang mit den am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards des International Accounting Standards Board und des IFRSInterpretations Committee (IFRS beziehungsweise IAS sowie IFRIC beziehungsweise SIC) sowie nach den ergänzend anzuwendenden Vorschriften des § 315a HGB aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Aufstellung erfolgte in der Berichtswährung Euro. Die im Konzernanhang dargestellten Zahlen wurden kaufmännisch gerundet. Dies kann dazu führen, dass sich einzelne Werte nicht zu dargestellten Summen aufaddieren lassen.

Folgende Regelungen gelten ab dem Geschäftsjahr 2015 verbindlich:

  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2011 – 2013
  • IFRIC 21 „Abgaben“

Die neuen Regelungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Folgende Regelungen gelten ab dem Geschäftsjahr 2016 verbindlich:

  • Änderung des IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“
  • Änderungen des IAS 16 „Sachanlagen“
  • Änderung des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“
  • Änderung des IAS 27 „Einzelabschlüsse“
  • Änderung des IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“
  • Änderung des IAS 41 „Landwirtschaft“
  • Änderung des IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2010 – 2012
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012 – 2014

Durch die neuen Regelungen erwartet Merck aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Folgende Regelungen wurden bis zum Bilanzstichtag vom International Accounting Standards Board in englischer Sprache veröffentlicht und noch nicht von der Europäischen Union anerkannt:

  • IFRS 9 „Financial Instruments“
  • IFRS 14 „Regulatory Deferral Accounts“
  • IFRS 15 „Revenue from Contracts with Customers“
  • Amendments to IAS 28 „Investments in Associates and Joint Ventures“
  • Amendments to IFRS 10 „Consolidated Financial Statements“
  • Amendment to IFRS 12 „Disclosure of Interests in Other Entities“
  • Amendment to IFRS 15 „Revenue from Contracts with Customers“

Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss durch die, vorbehaltlich einer entsprechenden Anerkennung durch die Europäische Union, 2018 erstmals anzuwendenden IFRS 9 und IFRS 15 werden zurzeit untersucht. Auf der Grundlage einer durchgeführten Vorstudie erwartet Merck zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine signifikanten Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 bezüglich der Höhe oder des zeitlichen Anfalls der Umsatzerlöse. Veränderungen in gewissem Maße werden sich nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand im Zusammenhang mit der Bilanzierung von Auslizenzierungen sowie in geringem Umfang bei Mehrkomponentengeschäften im Unternehmensbereich Life Science ergeben. Durch die übrigen neuen Regelungen werden aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

(3) Entwicklung des Konsolidierungskreises

Der Konsolidierungskreis entwickelte sich im Berichtszeitraum wie folgt:


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Vollkonsolidierte Gesellschaften am 31. Dezember 2014 218
Zugänge Gründungen 2
Zukäufe 102
Wesentlichkeit 4
Abgänge Liquidation / Verschmelzung – 7
Verkäufe 0
Unwesentlichkeit – 3
Vollkonsolidierte Gesellschaften am 31. Dezember 2015 316
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften am 31. Dezember 2014 28
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften am 31. Dezember 2015 63

Durch die Akquisition der Sigma-Aldrich Corporation, USA, und ihrer Tochtergesellschaften stieg die Zahl der vollkonsolidierten Gesellschaften des Merck-Konzerns um 100, die Zahl der wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidierten Unternehmen erhöhte sich um 40 Gesellschaften.

Insgesamt betrugen die Auswirkungen der wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidierten Tochterunternehmen auf Umsatzerlöse, Ergebnis nach Steuern, Vermögenswerte und Eigenkapital bezogen auf den gesamten Merck-Konzern weniger als 1%. Die Anteile an wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidierten Tochterunternehmen wurden als „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ kategorisiert und unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Eine Zusammenstellung aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sowie des gesamten Anteilsbesitzes der Merck KGaA erfolgt in Anmerkung [67] „Aufstellung des Anteilsbesitzes“.

(4) Akquisitionen sowie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Akquisition der Sigma-Aldrich Corporation, USA

Am 18. November 2015 erlangte Merck die Kontrolle über die Sigma-Aldrich Corporation, ein Unternehmen im Life-Science-Geschäft mit Sitz in St. Louis, USA (Sigma-Aldrich). Zuvor hatten Merck und Sigma-Aldrich am 22. September 2014 eine Vereinbarung zur Übernahme von Sigma-Aldrich für 140 US-Dollar je Aktie in bar getroffen. Daran anschließend hatte Merck die Zustimmung der Aktionäre von Sigma-Aldrich sowie die Genehmigung von verschiedenen Wettbewerbsbehörden zu dem Unternehmenserwerb erhalten. Bedingt durch die Auflagen der europäischen Wettbewerbsbehörden hatten Merck und Sigma-Aldrich vereinbart, Teile des europäischen Geschäfts für Lösungsmittel und anorganische Stoffe von Sigma-Aldrich zu verkaufen. Dieses Geschäft wurde als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ in der Übersicht zu den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen. Weitere Informationen befinden sich im Abschnitt „Mit Weiterveräußerungsabsicht erworbene Geschäftsteile von Sigma-Aldrich“.

Der Kaufpreis sowie die Auszahlungen für den Erwerb von 100% der Anteile an Sigma-Aldrich stellten sich wie folgt dar:


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in Mio €  
Kaufpreis für 100 % der Anteile (17.015 Mio US-Dollar) zum Stichtagskurs am 18. November 2015 15.973,8
Umgliederung von Erträgen aus Sicherungsgeschäften vom sonstigen Ergebnis in Vermögenswerte – 1.380,3
Kaufpreis gemäß IFRS 3 14.593,5
Erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.235,1
Auszahlungen für 100% der Anteile abzüglich erworbener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13.358,4

Der überwiegende Teil des Währungsrisikos aus der in US-Dollar geleisteten Kaufpreiszahlung für Sigma-Aldrich wurde im Rahmen einer rollierenden Sicherungsstrategie mit derivativen Finanzinstrumenten (Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen) unter Anwendung der Vorschriften zur bilanziellen Abbildung der Absicherung zukünftiger Zahlungsströme („Cash Flow Hedge Accounting“) abgesichert. Die daraus entstandenen Erträge in Höhe von 1.380,3 Mio € wurden bei der Ermittlung des Kaufpreises nach IFRS 3 berücksichtigt.

Finanzierung der Akquisition

Die Finanzierung des Kaufpreises erfolgte durch bestehende Barmittel, Bankkredite und Anleihen. Nach Begebung einer Hybridanleihe (1,5 Mrd €) im Dezember 2014 emittierte Merck am 17. März 2015 in den USA eine weitere Anleihe im Volumen von 4 Mrd US-Dollar. Am 27. August 2015 begab Merck schließlich eine Euro-Anleihe im Volumen von 2,1 Mrd €. Die begebenen Anleihen wurden dabei in verschiedenen Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen emittiert. Eine Übersicht über die ausstehenden Anleihen findet sich in Anmerkung [28] „Finanzschulden / Kapitalmanagement“.

Geschäftstätigkeit sowie Umsatz- und Ergebnisbeitrag von Sigma-Aldrich

Sigma-Aldrich produziert und vertreibt über 250.000 Chemikalien, Biochemikalien und andere essentielle Produkte für Forschung, Entwicklung und Analytik sowie für industrielle und kommerzielle Märkte. Sigma-Aldrich ist in 37 Ländern tätig, beschäftigt rund 9.300 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2014 unter Anwendung der U. S. Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) einen Umsatz von 2.785 Mio US-Dollar (2.102 Mio €) und ein Konzernergebnis von 500 Mio US-Dollar (377 Mio €). Im Jahr 2013 betrugen die entsprechenden Werte nach US-GAAP 2.704 Mio US-Dollar (2.033 Mio €) für den Umsatz und 491 Mio US-Dollar (369 Mio €) für das Konzernergebnis.

Nach dem Abschluss der Transaktion hat Merck begonnen, das Life-Science-Geschäft von Sigma-Aldrich in den Unternehmensbereich Life Science und das SAFC-Hitech-Geschäft in den Unternehmensbereich Performance Materials zu integrieren. Ziel der Akquisition ist es, den Kunden eine größere Bandbreite an Produkten, eine größere geographische Abdeckung und eine breite Kombination von Fähigkeiten anzubieten.

Der Einfluss der Einbeziehung von Sigma-Aldrich zwischen dem 18. November 2015 und dem 31. Dezember 2015 auf die Umsatzerlöse sowie das Konzernergebnis nach Steuern betrug 289,5 Mio € beziehungsweise – 5,8 Mio €. In diesem Ergebnis wurden die höheren Herstellungskosten aufgrund der Anpassung der erworbenen Vorräte auf die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte sowie Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten und neubewerteten Vermögenswerte berücksichtigt.

Bei einer angenommenen Erstkonsolidierung von Sigma-Aldrich bereits zum 1. Januar 2015 hätten sich für den Merck-Konzern für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2015 Umsatzerlöse in Höhe von 14.926,8 Mio € (gegenüber berichteten Umsatzerlösen in Höhe von 12.844,7 Mio €) sowie ein Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 1.150,3 Mio € (gegenüber einem berichteten Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 1.124,1 Mio €) ergeben. Bei der Ermittlung dieser Werte wurde angenommen, dass die aus der Kaufpreisallokation resultierenden Buchwertanpassungen identisch gewesen wären.

Kaufpreisallokation

Da die Kontrollerlangung über Sigma-Aldrich am 18. November 2015 erfolgte und aus rechtlichen Gründen wesentliche Informationen für die Kaufpreisallokation erst danach erlangt werden konnten, ist die Kaufpreisallokation für sämtliche Vermögenswerte und Schulden zum 31. Dezember 2015 noch nicht abgeschlossen. Die vorläufigen beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt stellten sich wie folgt dar:


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in Mio € Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwert) 5.872,6
Sachanlagen 840,3
Sonstige langfristige Vermögenswerte 124,7
6.837,6
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.235,1
Vorräte 851,9
Forderungen 451,5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 36,0
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 123,8
2.698,3
Vermögenswerte 9.535,9
   
Langfristige Verbindlichkeiten
Langfristige Finanzschulden 0,2
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 150,1
Latente Steuerschulden 2.441,8
2.592,1
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Kurzfristige Finanzschulden 425,1
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 538,6
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
963,7
Schulden 3.555,8
   
Erworbenes Nettovermögen 5.980,1
   
Kaufpreis für den Erwerb der Anteile 14.593,5
Positiver Unterschiedsbetrag (Geschäfts- oder Firmenwert) 8.613,4

Die bedeutendsten Einflüsse aus der Kaufpreisallokation ergaben sich aus der Neubewertung der immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen sowie der fertigen und unfertigen Erzeugnisse im Vorratsvermögen zum beizulegenden Zeitwert und aus dem Ansatz der latenten Steuern. Die im Rahmen der vorläufigen Kaufpreisallokation identifizierten und zum Erstkonsolidierungszeitpunkt angesetzten immateriellen Vermögenswerte sowie die bei deren Bewertung angewendeten Bewertungsverfahren sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:


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Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt (vorläufig) in Mio € Nutzungsdauer in Jahren (vorläufig) Bewertungsverfahren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts
Kundenbeziehungen 4.675,5 22 – 24 Residualwertmethode
Markenrechte 963,6 12 Lizenzpreisanalogiemethode
Technologien
(patentiert und unpatentiert)
129,5 10 – 15 Lizenzpreisanalogiemethode,
Reproduktionskostenmethode
Sonstige 104,0
Summe 5.872,6
       
Geschäfts- oder Firmenwert 8.613,4 unbestimmt
Summe 14.486,0

Wesentlich für die Bewertung der Kundenbeziehungen war die Annahme zur langfristigen Bindung der Kunden. Bei einem um einen Prozentpunkt höheren jährlichen Kundenverlust wäre der beizulegende Zeitwert der Kundenbeziehungen 529,2 Mio € niedriger und die Abschreibungsdauer um zwei Jahre zu verkürzen. Die bedeutendste Annahme bei der Bewertung der Markenrechte waren die zugrundegelegten Lizenzraten. Diese wurden aus verfügbaren Marktinformationen abgeleitet. Bei einer Verminderung der Lizenzraten um 0,5 Prozentpunkte wäre der beizulegende Zeitwert um 113,6 Mio € niedriger gewesen.

Der vorläufige positive Unterschiedsbetrag in Höhe von 8.613,4 Mio € wurde als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Dieser beinhaltet erwartete Synergien, die sich aus der Integration von Sigma-Aldrich in den Merck-Konzern ergeben werden, sowie nicht ansetzbare immaterielle Vermögenswerte wie das Knowhow des Mitarbeiterstamms. Die Synergien werden vor allem in den Bereichen der Verwaltung, der Produktion und des Einkaufs erwartet. Neben diesen Kostensynergien sind auch Ertragssynergien insbesondere durch die Nutzung der E-Commerce-Plattform von Sigma-Aldrich für Produkte des bisherigen Life-Science-Geschäfts zu erwarten. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde vorläufig den beiden Unternehmensbereichen Life Science (8.260,2 Mio €) und Performance Materials (353,2 Mio €) zugeordnet. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist erwartungsgemäß nicht für Steuerzwecke absetzbar.

Im Rahmen der Akquisition wurden keine bedingten Gegenleistungen vereinbart, die durch Merck in der Zukunft möglicherweise zu erbringen wären. Merck wurden von den veräußernden Anteilseignern keine Entschädigungsleistungen für Erfolgsunsicherheiten der erworbenen Vermögenswerte oder Schulden zugesichert. Mit dem Unternehmenserwerb in Zusammenhang stehende Kosten in Höhe von 76,6 Mio € wurden im Jahr 2015 (60,0 Mio €) und im Jahr 2014 (16,6 Mio €) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Die Entwicklung des in US-Dollar geführten Geschäfts- oder Firmenwerts zwischen dem erstmaligen Ansatz und dem 31. Dezember 2015 stellte sich wie folgt dar:


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in Mio € Entwicklung des Geschäfts- oder Firmenwerts
Geschäfts- oder Firmenwert am 18. November 2015 8.613,4
Wechselkurseffekte – 219,9
Geschäfts- oder Firmenwert am 31. Dezember 2015 8.393,5

Wesentliche Eventualverbindlichkeiten wurden im Zuge der vorläufigen Kaufpreisallokation nicht identifiziert. Die Bruttobeträge der erworbenen Forderungen betrugen zum Erwerbszeitpunkt 456,5 Mio €. Die bestmögliche Schätzung der uneinbringlichen Forderungen belief sich auf 5,0 Mio €.

Weitere Akquisitionen im Jahr 2015

Merck übernahm Ende Juli 2015 die noch ausstehenden Anteile in Höhe von 52,3% an dem Start-up-Unternehmen Qlight Nanotech Ltd., Israel (Qlight). Merck hält seitdem 100% der Anteile des Unternehmens. Qlight ist im Bereich der Forschung von Quantenmaterialien tätig und wurde in den Unternehmensbereich Performance Materials eingegliedert. Der Kaufpreis umfasste ein fixes Entgelt in Höhe von 3 Mio US-Dollar (2,7 Mio €), bedingte Kaufpreisbestandteile von bis zu 4 Mio US-Dollar (3,6 Mio €) sowie weitere Lizenzentgelte, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Aus der Neubewertung der vor Kontrollerlangung bestehenden Anteile an Qlight wurde ein Aufwand von 0,5 Mio € verbucht. Die identifizierten immateriellen Vermögenswerte entfielen auf technologiebezogene Vermögenswerte in Höhe von 6,1 Mio €. Passive latente Steuern in Höhe von 1,6 Mio € und ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1,1 Mio € wurden angesetzt. Die Kaufpreisallokation war zum 31. Dezember 2015 noch nicht abgeschlossen.

Merck übernahm im Dezember 2015 die noch ausstehenden Anteile in Höhe von 89,7% an Ormet Circuits, Inc., USA (Ormet), um seine Position als Hersteller von Materialien für die Halbleiterindustrie zu stärken. Ormet wird in den Unternehmensbereich Performance Materials integriert. Der Kaufpreis betrüge 32,0 Mio US-Dollar (29,2 Mio €) für 100% der Anteile. Aus der Neubewertung der vor Kontrollerlangung bestehenden Anteile an Ormet wurde ein Ertrag von 0,6 Mio € verbucht. Die Kaufpreisallokation konnte zum 31. Dezember 2015 noch nicht durchgeführt werden, sodass der vorläufige Unterschiedsbetrag vollständig als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen wurde.

Akquisition der AZ Electronic Materials S.A. im Geschäftsjahr 2014

Im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots erlangte Merck am 2. Mai 2014 einen Anteilsbesitz in Höhe von 81,3% des Aktienkapitals und damit die Beherrschung der börsennotierten AZ Electronic Materials S.A., Luxemburg (AZ). Bis zum 27. Juni 2014 hatte Merck seinen Anteilsbesitz an AZ auf 99,8% erhöht und konnte ein Squeeze-out-Verfahren, das am 2. Juli 2014 mit dem Erwerb des verbleibenden Anteilsbesitzes in Höhe von 0,2% abgeschlossen wurde, durchführen.

AZ ist Hersteller hochreiner Spezialchemikalien und von Materialien zur Verwendung in integrierten Schaltungen (Halbleitern) und Geräten, in Flachbildschirmen und für den photolithographischen Druck.

Im Rahmen der Akquisition wurden keine bedingten Gegenleistungen vereinbart, die durch Merck in der Zukunft möglicherweise zu erbringen wären. Die Kaufpreisallokation war zum 31. Dezember 2014 abgeschlossen.

Die Entwicklung des im Rahmen der Akquisition angesetzten und in US-Dollar geführten Geschäfts- oder Firmenwerts stellte sich wie folgt dar:


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21.5 KB EXCEL
in Mio € Entwicklung des Geschäfts- oder Firmenwerts
Geschäfts- oder Firmenwert am 31. Dezember 2014 930,0
Wechselkurseffekte 104,1
Geschäfts- oder Firmenwert am 31. Dezember 2015 1.034,1

Veräußerung von Kuvan® und Peg-Pal

Am 1. Oktober 2015 traf Merck eine Vereinbarung mit BioMarin Pharmaceutical Inc., USA, (BioMarin) zur Veräußerung der Rechte an Kuvan® (Sapropterindihydrochlorid), einem Medikament zur Behandlung der seltenen Stoffwechselstörung Phenylketonurie (PKU), und der damit im Zusammenhang stehenden Geschäftsaktivitäten. Die dem Unternehmensbereich Healthcare zugeordneten Geschäftsaktivitäten wurden als Veräußerungsgruppe ausgewiesen und beinhalten einen immateriellen Vermögenswert in Höhe von 23,9 Mio €, den zuordenbaren Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 21,6 Mio € sowie in geringem Umfang Vorratsvermögen.

Ferner wurde ebenfalls am 1. Oktober 2015 eine Vereinbarung getroffen, nach der Merck die Entwicklungs- und Vermarktungsoption für Peg-Pal an BioMarin zurückgeben wird. Bei Peg-Pal handelt es sich um eine in der klinischen Entwicklung befindliche Prüfsubstanz, die ebenfalls der Behandlung von PKU dienen soll.

Beide Vereinbarungen traten Anfang Januar 2016 in Kraft. Merck erhielt auf Basis der Vereinbarungen im Januar 2016 eine Einstandszahlung in Höhe von 340 Mio € für die Veräußerung der Rechte an Kuvan® und hat Anspruch auf Meilensteinzahlungen von bis zu 185 Mio €.

Mit Weiterveräußerungsabsicht erworbene Geschäftsteile von Sigma-Aldrich

Vor Kontrollerlangung an der Sigma-Aldrich Corporation, USA, hatte Merck am 15. Juni 2015 eine an Auflagen gebundene kartellrechtliche Freigabe der Europäischen Kommission für die Übernahme von Sigma-Aldrich erhalten. In Folge der EU-Auflagen hatten Merck und Sigma-Aldrich vereinbart, Teile des europäischen Geschäfts für Lösungsmittel und anorganische Stoffe von Sigma-Aldrich zu verkaufen. Dies umfasst die Sigma-Aldrich Laborchemikalien GmbH, Seelze, in der die Mehrzahl der von Sigma-Aldrich in Europa verkauften Lösungsmittel und anorganischen Produkte hergestellt wurde. Gegenstand der Vereinbarung sind ferner diejenigen Lösungsmittel und anorganischen Stoffe, die von Sigma-Aldrich in Europa unter der Marke Sigma-Aldrich und weltweit unter der Marke Fluka® vertrieben werden, ebenso wie die zugehörigen Marken Hydranal® und Chromasolv®. Eine entsprechende Vereinbarung über den Verkauf dieser Geschäfte wurde am 19./20. Oktober 2015 mit der Honeywell Specialty Chemicals Seelze GmbH, Seelze, getroffen. Die entsprechenden Vermögenswerte und Schulden wurden seit dem Zeitpunkt der Kontrollerlangung unter Zugrundelegung der Vorschriften des IFRS® 5 als aufgegebener Geschäftsbereich behandelt und somit in der Übersicht zu den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt von Sigma-Aldrich als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ ausgewiesen. Am 15. Dezember 2015 wurde die Transaktion mit Honeywell abgeschlossen, sodass zum Jahresende in der Bilanz des Merck-Konzerns keine entsprechenden Vermögenswerte und Schulden mehr berichtet wurden. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde ein Gewinn nach Steuern in Höhe von 5,6 Mio € erfasst, dem Umsatzerlöse in Höhe von 13,1 Mio € und Aufwendungen in Höhe von – 7,5 Mio € zugrunde lagen.

(5) Gemeinsame Vereinbarungen von wesentlicher Bedeutung

Strategische Allianz mit Pfizer Inc., USA, zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Wirkstoffen im Bereich Immunonkologie

Am 17. November 2014 schloss Merck eine weltweit geltende strategische Allianz mit Pfizer Inc., USA, (Pfizer) über die Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Anti-PD-L1-Antikörpers Avelumab (auch bekannt als MSB 0010718C). Dieser Antikörper befindet sich derzeit in der klinischen Entwicklung in mehreren breit angelegten Studien zur potenziellen Behandlung unterschiedlicher Tumorarten. Der Wirkstoff soll sowohl als Einzelwirkstoff als auch in Kombination mit einer breiten Palette von bereits zugelassenen oder noch in Entwicklung befindlichen Pipelinekandidaten von Pfizer und Merck entwickelt werden. Beide Konzerne werden im Rahmen der strategischen Allianz ihre Ressourcen und ihre Expertise bündeln, um darüber hinaus einen Anti-PD-1-Antikörper von Pfizer zukünftig gemeinsam zu entwickeln und zu vermarkten. Übergeordnete Zielsetzung der strategischen Allianz ist, Entwicklungsrisiken zu teilen und die Präsenz beider Unternehmen im Bereich der Immunonkologie voranzutreiben.

Die Kollaborationsvereinbarung sieht in der Entwicklungsphase eine hälftige Teilung der Entwicklungsaufwendungen vor. In einer möglichen späteren Vermarktungsphase wird Merck den überwiegenden Anteil der Umsatzerlöse aus Verkäufen von Avelumab realisieren, während das Nettoergebnis aus Umsatzerlösen und definierten Aufwandskomponenten hälftig zwischen Pfizer und Merck geteilt werden wird.

Die Durchführung der Kollaborationsvereinbarung erfolgt nicht innerhalb eines eigenständigen Vehikels, das heißt, die der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerte und Schulden stehen im Besitz der beiden Vertragspartner. Entscheidungen über die maßgeblichen Aktivitäten müssen entsprechend der Kollaborationsvereinbarung einstimmig getroffen werden. Es kommen daher die Regelungen zur Bilanzierung gemeinschaftlicher Tätigkeiten gemäß IFRS 11 zur Anwendung und Merck erfasst die im Zusammenhang mit der Kollaboration stehenden Vermögenswerte, Schulden, Erlöse und Aufwendungen gemäß den jeweils maßgeblichen IFRS.

Pfizer entrichtete an Merck nach Abschluss der Vereinbarung im Jahr 2014 eine Einstandszahlung in Höhe von 850 Mio US-Dollar (678,3 Mio €) in bar und hat sich verpflichtet, bei Erreichen definierter Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine weitere Zahlungen von bis zu 2 Mrd US-Dollar an Merck zu entrichten. Auf Basis der Kollaborationsvereinbarung erhielt Merck zudem das Recht, für mehrere Jahre Xalkori® (Crizotinib), ein Medikament zur Behandlung einer bestimmten Form des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms, in den USA und verschiedenen anderen bedeutenden Märkten gemeinsam mit Pfizer vermarkten zu dürfen. Merck wird von Pfizer während der gemeinsamen Vermarktung des Produkts Vergütungen für Vermarktungsaktivitäten und Ergebnisbeteiligungen erhalten. Der beizulegende Zeitwert des Rechts wurde durch einen unabhängigen externen Gutachter unter Anwendung der Residualwertmethode (sogenannte Multi-Period Excess Earnings Method) ermittelt. Der Anspruch auf das Recht wurde zum Zeitpunkt des Entstehens aktiviert und wird über die Laufzeit des Vertrags abgeschrieben. Der Restbuchwert dieses Vermögenswerts zum 31. Dezember 2015 belief sich auf 261,7 Mio € (Vorjahr: 294,4 Mio €).

Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Kollaborationsvereinbarung wurden sowohl die erhaltene Einstandszahlung als auch der Gegenwert des Rechts zur gemeinsamen Vermarktung von Xalkori® bilanziell als abgegrenzte Erlöse unter den „übrigen Verbindlichkeiten“ erfasst. Beide Beträge werden über den erwarteten Zeitraum der durch Merck in der Entwicklungsphase zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen ertragswirksam realisiert und in den „sonstigen betrieblichen Erträgen“ ausgewiesen. Hinsichtlich der hiermit verbundenen Ermessensausübungen und Schätzungsunsicherheiten wird auf Anmerkung [7] „Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten“ verwiesen.

Vereinbarung mit Threshold Pharmaceuticals, Inc., USA, zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Evofosfamide

Im Februar 2012 hatte Merck eine weltweit gültige Vereinbarung mit Threshold Pharmaceuticals, Inc., USA, (Threshold) zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Evofosfamide (auch als TH-302 bekannt), einem chemischen Molekül zur Krebsbehandlung, abgeschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt Merck gemeinsame Entwicklungsrechte sowie weltweite exklusive Vertriebsrechte. Threshold verfügte über eine Option zum gemeinsamen Vertrieb des Therapeutikums in den USA.

Am 7. Dezember 2015 gab Merck bekannt, Evofosfamide in den Indikationen lokal fortgeschrittenes inoperables oder metastasiertes Weichteilsarkom beziehungsweise fortgeschrittenes Pankreaskarzinom nicht zur Zulassung einzureichen, nachdem zwei Phase-III-Studien bei diesen Indikationen ihre primären Endpunkte verfehlt hatten. Aufgrund dessen wurden die als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktivierten Einstands- und Meilensteinzahlungen sowie die aktivierten Fremdkapitalkosten in Höhe von insgesamt 84,4 Mio € im Dezember 2015 in voller Höhe wertgemindert.

Vereinbarung mit Eli Lilly and Company, USA, und Bristol-Myers Squibb Company, USA, über die gemeinsame Vermarktung von Erbitux® in Japan

Bis zur Beendigung mit Wirkung zum 1. Mai 2015 bestand zwischen Merck, ImClone Systems Inc., USA, (mittlerweile aufgegangen in Eli Lilly and Company, USA) und Bristol-Myers Squibb Company, USA, eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Erbitux® (Cetuximab), einem Medikament zur Behandlung des metastasierenden Kolorektalkarzinoms sowie weiterer Tumorarten, in Japan. Seit der Beendigung der Kollaboration betreibt Merck die vorgenannten Aktivitäten in Japan in alleiniger Gesamtverantwortung.

Bis zum Auslaufen der Vereinbarung vereinnahmte Merck Umsatzerlöse aus der Vermarktung von Erbitux® in Japan in Höhe von 36,7 Mio € (Vorjahr – gesamtes Geschäftsjahr: 113,2 Mio €).

Vereinbarung mit Bristol-Myers Squibb Company, USA, über die gemeinsame Vermarktung von Glucophage® in China

Im März 2013 hatte Merck eine Vereinbarung mit Bristol-Myers Squibb Company, USA, über die gemeinsame Vermarktung des Antidiabetikums Glucophage® (Wirkstoff: Metformin-Hydrochlorid) zur Behandlung von Typ-II-Diabetes in China abgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2015 vereinnahmte Merck aus der gemeinsamen Vermarktung Umsatzerlöse in Höhe von 84,3 Mio € (Vorjahr: 59,3 Mio €).

(6) Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Ausweisänderungen

Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Lediglich die im Folgenden beschriebenen Ausweisänderungen wurden vorgenommen, um auf diese Weise eine bessere Vergleichbarkeit der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzernbilanz des Merck-Konzerns mit anderen Unternehmen zu gewährleisten.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Neue Zusammensetzung der Umsatzerlöse

Seit dem 1. Januar 2015 werden Lizenz- und Provisionserlöse nicht mehr gesondert in einer eigenen Position der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Während die Provisionserlöse nun als Teil der Umsatzerlöse ausgewiesen werden, erfolgt der Ausweis der Lizenzerlöse als Teil der sonstigen betrieblichen Erträge.

Funktionale Allokation der Lizenz- und Provisionsaufwendungen

Mit Wirkung zum 1. Januar 2015 wurden die zuvor in einer eigenen Position ausgewiesenen Lizenz- und Provisionsaufwendungen den entsprechenden Funktionskosten zugeordnet.

Die Vorjahreswerte der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden entsprechend angepasst und werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:


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Merck-Konzern

Vorjahresanpassung

in Mio € 2014, alte Struktur 2014, Anpassung 2014, angepasst
Umsatzerlöse 11.291,5 71,3 11.362,8
Lizenz- und Provisionserlöse 209,3 – 209,3
Gesamterlöse 11.500,8
Herstellungskosten – 3.526,4 – 3.526,4
(Davon: Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte)1 (– 94,0) (–) (– 94,0)
Bruttoergebnis 7.974,4 – 138,0 7.836,4
Marketing- und Vertriebskosten – 3.104,9 – 484,2 – 3.589,1
(Davon: Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte)1 (– 719,0) (–) (– 719,0)
Lizenz- und Provisionsaufwendungen – 537,5 537,5
Verwaltungskosten – 608,6 – 608,6
Forschungs- und Entwicklungskosten – 1.703,7 – 1.703,7
(Davon: Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte)1 (– 3,8) (–) (– 3,8)
Sonstige betriebliche Erträge 426,4 138,0 564,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 684,1 – 53,3 – 737,4
Operatives Ergebnis ( EBIT ) 1.762,0 1.762,0
Marge (in % der Umsatzerlöse) 15,6 – 0,1 15,5
EBITDA 3.122,9 3.122,9
Marge (in % der Umsatzerlöse) 27,7 – 0,2 27,5
EBITDA vor Sondereinflüssen 3.387,7 3.387,7
Marge (in % der Umsatzerlöse) 30,0 – 0,2 29,8
1
Ohne Abschreibungen auf selbsterstellte oder einzeln erworbene Software.

Konzernbilanz

Bilanzgliederung

Seit dem 1. Januar 2015 wird die Konzernbilanz des Merck-Konzerns nach absteigender Fristigkeit gegliedert. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

Ausweis der Forderungen aus Lizenzen

Infolge des Ausweises der Lizenzerlöse als Teil der sonstigen betrieblichen Erträge wurden in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2014 die zuvor in den „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ enthaltenen Forderungen aus Lizenzen in Höhe von 16,1 Mio € in die Position „Übrige kurzfristige Vermögenswerte“ umgegliedert.

Segmentberichterstattung

Seit dem 1. Januar 2015 berichtet der Merck-Konzern im Rahmen der Segmentberichterstattung die drei Segmente Healthcare, Life Science und Performance Materials. Der Unternehmensbereich Healthcare setzt sich aus Geschäften zusammen, die im Vorjahr getrennt als die Segmente Merck Serono und Consumer Health berichtet wurden. Der Unternehmensbereich Life Science besteht aus dem Merck-Millipore-Geschäft sowie dem erworbenen Life-Science-Geschäft der Sigma-Aldrich Corporation, USA. Der Unternehmensbereich Performance Materials umfasst das gleichnamige Segment im Vorjahr sowie das erworbene SAFC-Hitech-Geschäft von Sigma-Aldrich. Weitere Informationen zur neuen Segmentierung sowie eine Überleitung der Vorjahreswerte pro Unternehmensbereich finden sich in Anmerkung [33] „Erläuterungen zur Segmentberichterstattung“.

Hinsichtlich der Segmentberichterstattung nach Ländern und Regionen wurde die Zusammensetzung der Regionen angepasst und es wurden die entsprechenden Vergleichszahlen des Vorjahres dargestellt. Ausgewiesen werden nun die fünf Regionen Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik, Lateinamerika sowie Mittlerer Osten und Afrika.

(7) Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert es, dass durch Merck in gewissem Umfang Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen sowie Schätzungen vorgenommen werden müssen. Die mit den potenziell größten Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss verbundenen Ermessensentscheidungen, zukunftsbezogenen Annahmen und Quellen von Schätzungsunsicherheiten sind im Folgenden dargestellt.

Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten, Schulden und Eventualverbindlichkeiten, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden

Der Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten, Schulden und Eventualverbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert im Rahmen von Kaufpreisallokationen sind mit Schätzungen verbunden. Dabei wird auf die Expertisen externer Bewertungsgutachter zurückgegriffen. Die beizulegenden Zeitwerte der im Rahmen der Kaufpreisallokation der Sigma-Aldrich Corporation angesetzten Vermögenswerte und Schulden sowie weitere Angaben zu dieser in der Berichtsperiode vollzogenen Akquisition finden sich in Anmerkung [4] „Akquisitionen sowie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“.

Erlösminderungen

Merck gewährt seinen Kunden verschiedene Arten von Rückvergütungen und Preisnachlässen. Daneben werden erwartete Retouren, staatliche Zwangsabgaben sowie Rabatte aus Gesundheitsplänen und Gesundheitsprogrammen erlösmindernd erfasst.

Der bedeutendste Teil dieser Erlösminderungen entfällt auf den Unternehmensbereich Healthcare. Die wesentlichsten Erlösminderungen in diesem Unternehmensbereich betreffen staatliche Rabattprogramme in Nordamerika wie das „US Federal Medicare Program“ und das „US Medicaid Drug Rebate Program“. Weitere wesentliche Erlösminderungen des Unternehmensbereichs resultieren aus staatlichen Zwangsrabattprogrammen in einzelnen Ländern Europas.

Soweit nicht bereits von erhaltenen Zahlungen zum Abzug gebracht, wird die Höhe der Erlösminderungen durch Merck auf Basis aktueller Erfahrungswerte ermittelt und als Verbindlichkeit erfasst. Die Erlösminderungen verringern die Bruttoumsatzerlöse. Anpassungen der Verbindlichkeiten können in späteren Perioden zu Erhöhungen oder Verminderungen der Erträge führen.

Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Mindestens einmal jährlich sowie gegebenenfalls anlassbezogen werden die im Konzernabschluss ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte (Buchwert zum 31. Dezember 2015: 14.370,1 Mio €/Vorjahr: 5.693,9 Mio €) und sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer (Buchwert zum 31. Dezember 2015: 183,6 Mio €/Vorjahr: 168,7 Mio €) auf vorliegende Wertminderungen getestet.

Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte unterteilten sich wie nachfolgend dargestellt auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beziehungsweise Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten, auf deren Ebene die jeweiligen Wertminderungstests erfolgten:


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  Geschäfts- oder Firmenwerte
in Mio € 31.12. 2015 31.12. 2014
Biopharma 1.579,8 1.601,5
Consumer Health 243,1 243,1
Life Science 11.130,4 2.911,1
Performance Materials 1.416,8 938,2
Summe 14.370,1 5.693,9

Durch die zum 1. Januar 2015 erfolgte Reorganisation der internen Organisations- und Berichtsstruktur des Merck-Konzerns ergaben sich keine Veränderungen an der Durchführungsebene der Wertminderungstests. Die identifizierten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beziehungsweise Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten stellen auch nach der Reorganisation die unterste Ebene dar, auf der Geschäfts- oder Firmenwerte für interne Zwecke durch die Unternehmensleitung überwacht werden.

Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten ergaben sich wie im Vorjahr nicht. Aufgrund der Beendigung von Entwicklungsprojekten im Unternehmensbereich Healthcare wurden im Berichtszeitraum Wertminderungen der sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer in Höhe von 108,5 Mio € vorgenommen (Vorjahr: 84,8 Mio €).

Aufgrund eines geänderten Planungsprozesses wurde der Detailplanungszeitraum um ein Jahr auf vier Jahre verkürzt und der Zeitpunkt des Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte unter Einhaltung des in IAS 36 vorgeschrieben Einjahreszeitraums angepasst.

Bei der Durchführung der Wertminderungstests kamen folgende Parameter zur Anwendung:


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Bewertungsgrundlage Nutzungswert
Ebene der Wertminderungstests Biopharma (einschließlich Allergopharma und Biosimilars)
Consumer Health
Life Science
Performance Materials
Planungsgrundlage Letzte von der Geschäftsleitung genehmigte Mittelfristplanung, die auch für interne Zwecke verwendet wird
Detailplanungszeitraum 4 Jahre (Vorjahr: 5 Jahre)
Wesentliche Annahmen Netto Cash Flows
Langfristige Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum Diskontierungsfaktor nach Steuern (gewichtete Kapitalkosten – WACC)
Bestimmung der Werte der wesentlichen Annahmen Netto Cash Flows
  • Umsatzwachstum
    Auf Basis interner Planungen unter Berücksichtigung von internen und externen Marktdaten und -einschätzungen beispielsweise über Marktanteile und unter Vernachlässigung von Zulassungen neuer Wirkstoffe aus der Entwicklungspipeline und sonstiger Erweiterungsinvestitionen
  • Ergebnismargen
    Auf Basis von Vergangenheitserfahrungen, angepasst um erwartete Veränderungen
Langfristige Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum
Auf Basis von langfristigen Inflationserwartungen und dem erwarteten langfristigen Branchenwachstum
Diskontierungsfaktor nach Steuern (gewichtete Kapitalkosten –WACC)
  • Eigenkapitalkosten
    Risikoloser Zinssatz: Abgeleitet aus der Rendite langlaufender deutscher Staatsanleihen
    Betafaktor: Abgeleitet aus der jeweiligen Peer-Group
    Marktrisikoprämie: Innerhalb der vom Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) des Instituts der Wirtschaftsprüfer e. V. (IDW) empfohlenen Bandbreite
  • Fremdkapitalkosten und Kapitalstruktur
    Abgeleitet aus der jeweiligen Peer-Group

Die bei der Durchführung der Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte verwendeten langfristigen Wachstumsraten und gewichteten Kapitalkosten (WACC) stellten sich wie folgt dar:


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Langfristige Wachstumsrate Kapitalkosten nach Steuern Kapitalkosten vor Steuern
in % 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Biopharma 0,00 0,00 6,2 7,2 8,0 9,3
Consumer Health 2,00 2,00 6,2 6,9 7,6 8,4
Life Science1 1,75 2,00 6,1 6,8 7,5 7,8
Performance Materials 1 0,50 1,00 6,6 6,3 8,6 7,8
1
Die Angaben für das Jahr 2015 beziehen sich auf den Wertminderungstest, der vor der Akquisition der Sigma-Aldrich Corporation, USA, durchgeführt wurde.

Zur Diskontierung der Cash Flows werden Kapitalkosten nach Steuern zugrunde gelegt, aus denen die zuvor dargestellten Kapitalkosten vor Steuern iterativ abgeleitet wurden.

Sämtliche vorgenannten Annahmen sind aufgrund der ihnen innewohnenden Unsicherheit als Quelle von Schätzungsunsicherheiten anzusehen.

Der erzielbare Betrag lag bei allen durchgeführten Wertminderungstests um mehr als 10% über dem Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit beziehungsweise Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Ungeachtet dessen wurden im Rahmen der Wertminderungstests Sensitivitätsanalysen der wesentlichen Annahmen vorgenommen. Im Ergebnis hätte keine von der Unternehmensleitung für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen Annahme zu einer Wertminderung geführt. In der nachfolgenden Tabelle ist dargestellt, in welchem Umfang die wesentlichen Annahmen hätten verändert werden müssen, bis es im Rahmen der Wertminderungstests zu einer Wertminderung gekommen wäre:


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Verminderung langfristige Wachstumsrate Erhöhung Kapitalkosten nach Steuern Verminderung
Netto Cash Flows
2015 2014 2015 2014 2015 2014
  in Prozentpunkten in Prozentpunkten in %
Biopharma > 2 > 2 > 2 > 2 > 5 > 5
Consumer Health > 2 > 2 > 2 > 2 > 5 > 5
Life Science1 > 2 > 2 > 2 > 2 > 5 > 5
Performance Materials1 > 2 > 2 > 2 > 2 > 5 > 5
1
Die Angaben für das Jahr 2015 beziehen sich auf den Wertminderungstest, der vor der Akquisition der Sigma-Aldrich Corporation, USA, durchgeführt wurde.

Auf Basis der vorläufigen Kaufpreisallokation des im November 2015 abgeschlossenen Unternehmenserwerbs der Sigma-Aldrich Corporation, USA, entfiel auf diese Akquisition ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 8.613,4 Mio €. Von diesem Geschäfts- oder Firmenwert wären auf der Grundlage einer vorläufigen Ermittlung 8.260,2 Mio € Life Science und 353,2 Mio € Performance Materials zuzuordnen. Da die Kaufpreisallokation am Abschlussstichtag noch nicht abgeschlossen werden konnte, war eine endgültige Allokation noch nicht möglich. Eine indikative Überprüfung der betreffenden Geschäfts- oder Firmenwerte zum 30. November 2015 auf Basis der im Rahmen der Kaufpreisallokation verwendeten vorläufigen Planung ergab sowohl beim Nutzungswert als auch beim beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung (auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren) keinen Wertminderungsbedarf. Die Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag und dem Buchwert bei Life Science reduzierte sich aufgrund der Zuordnung von signifikanten immateriellen Vermögenswerten und Geschäfts- oder Firmenwerten; die Differenz betrug jedoch nach wie vor mehr als 10%. Im Rahmen dieser indikativen Wertminderungstests wurden Kapitalkosten nach Steuern in Höhe von 6,1% (Life Science) beziehungsweise 6,5% (Performance Materials) verwendet. Die verwendeten langfristigen Wachstumsraten waren identisch mit den zuvor dargestellten. Auf Basis der indikativen Wertermittlung hätte eine Verminderung der langfristigen Wachstumsrate um etwa einen Prozentpunkt bei Life Science dazu geführt, dass der erzielbare Betrag identisch mit dem Buchwert gewesen wäre. Der erzielbare Betrag wäre bei Life Science ebenfalls identisch mit dem Buchwert gewesen, sofern die Kapitalkosten nach Steuern (WACC) um etwa einen Prozentpunkt erhöht worden wären. Bei Performance Materials hätte keine von der Unternehmensleitung für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen Annahme zu einer Wertminderung geführt.

Bestimmung der Abschreibungshöhe immaterieller Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer

Außer über Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer verfügt Merck in signifikantem Umfang über immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer (Buchwert zum 31. Dezember 2015: 10.674,9 Mio € / Vorjahr: 5.496,1 Mio €). Bei der Ermittlung der angemessenen Abschreibungshöhe dieser immateriellen Vermögenswerte sind wesentliche Annahmen und Schätzungen erforderlich. Dies betrifft im Besonderen die Bestimmung der zugrunde zu legenden Restnutzungsdauer. Der Parameter wird durch Merck regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Merck berücksichtigt bei diesen Schätzungen unter anderem die für den jeweiligen Vermögenswert typischen Produktlebenszyklen sowie öffentlich verfügbare Informationen über die geschätzte Nutzungsdauer von ähnlichen Vermögenswerten.

Sofern die Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte aus „Kundenbeziehungen, Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen und ähnlichen Rechten, Markennamen und Warenzeichen“ – beispielsweise aufgrund verkürzter Restnutzungsdauern – um 10% höher gewesen wären, hätte dies im Geschäftsjahr 2015 zu einer Verringerung des Ergebnisses vor Steuern um 94,8 Mio € geführt (Vorjahr: Verringerung um 84,2 Mio €). Eine Verkürzung der Nutzungsdauer des im Zusammenhang mit dem Produkt Rebif® bilanzierten immateriellen Vermögenswerts um ein Jahr hätte im Geschäftsjahr 2015 zu einer Verringerung des Ergebnisses vor Steuern um 92,0 Mio € geführt (Vorjahr: 73,6 Mio €).

Forschungs- und Entwicklungskooperationen sowie Ein- und Auslizenzierungen immaterieller Vermögenswerte

Merck ist regelmäßig Partner in Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit Forschungseinrichtungen, Biotechnologieunternehmen oder sonstigen Vertragsparteien mit dem Ziel, vermarktungsfähige Produkte zu entwickeln. Merck schließt daneben Einlizenzierungsvereinbarungen über geistiges Eigentum von Vertragsparteien ab. Typisch für diese Formen von Vereinbarungen ist die Entrichtung von Einstandszahlungen („Upfront-Zahlungen“) und von Zahlungen bei Erreichen bestimmter Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine. Merck hat in diesem Zusammenhang zu beurteilen, inwieweit die geleisteten Einstands- oder Meilensteinzahlungen eine Vergütung für bezogene Dienstleistungen (Forschungs- und Entwicklungsaufwand) darstellen oder ob durch die Zahlung ein aktivierungspflichtiger immaterieller Vermögenswert einlizenziert wird. Diese Einschätzung ist regelmäßig ermessensbehaftet.

Im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen oder Auslizenzierungsvereinbarungen vereinnahmt Merck regelmäßig Einstands- und Meilensteinzahlungen. In diesem Zusammenhang darf eine unmittelbare Ertragsvereinnahmung nur erfolgen, sofern Merck sämtliche maßgeblichen Chancen und Risiken eines immateriellen Vermögenswerts auf den Erwerber übertragen hat, Merck nicht an den weiteren Geschäftstätigkeiten beteiligt ist und zudem keine wesentlichen fortwährenden Verpflichtungen bei Merck verbleiben. Sofern diese Kriterien nicht als erfüllt zu betrachten sind, werden die erhaltenen Zahlungen abgegrenzt und über den erwarteten Zeitraum der durch Merck zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen ertragswirksam vereinnahmt. Sowohl die Beurteilung der Ertragsrealisierungskriterien als auch die Bestimmung des angemessenen Zeitraums der Ertragsvereinnahmung ist ermessensbehaftet.

Sofern die im Rahmen der im November 2014 vereinbarten strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, erhaltenen und passivisch abgegrenzten Gegenleistungen über einen um ein Jahr verkürzten Zeitraum ertragswirksam vereinnahmt worden wären, hätte dies im Geschäftsjahr 2015 zu einer Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge und damit des Ergebnisses vor Steuern um 47,8 Mio € geführt (Vorjahr: 3,9 Mio €). Eine um ein Jahr verlängerte Vereinnahmung hätte zu einer Verminderung der sonstigen betrieblichen Erträge und des Ergebnisses vor Steuern in Höhe von 31,9 Mio € (Vorjahr: 2,6 Mio €) geführt.

Identifikation eines Wertminderungsbedarfs nicht finanzieller Vermögenswerte

Ermessensentscheidungen sind bei der Identifikation vorliegender Anhaltspunkte für Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten sowie von Sachanlagen erforderlich.
Die Buchwerte dieser Vermögenswerte beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 29.348,1 Mio € (Vorjahr: 14.385,9 Mio €). Bei der Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen fließen externe und interne Informationen ein. So kann beispielsweise die Zulassung eines Konkurrenzprodukts im Unternehmensbereich Healthcare oder die Schließung eines Standorts ein Indikator für das Vorliegen einer Wertminderung sein. Ungeachtet dessen kann es vorkommen, dass sich die von Merck durchgeführte Analyse auf vorhandene Anhaltspunkte für Wertminderungen aufgrund des hohen Grads an Ungewissheit im Nachhinein als zu optimistisch oder zu pessimistisch erweist.

Im Oktober 2015 hat Merck seinen Markenauftritt neu ausgerichtet sowie das visuelle Erscheinungsbild grundlegend überarbeitet. Außerhalb der USA und Kanadas tritt der Konzern künftig einheitlich als „Merck“ auf und hat damit auch die bislang eigenständigen Spartenmarken „Merck Serono“ und „Merck Millipore“ abgeschafft. Aufgrund dessen wurde die als immaterieller Vermögenswert bilanzierte Marke „Millipore“ einem Wertminderungstest unterzogen. Im Rahmen dieses Wertminderungstests wurde kein Wertminderungsbedarf identifiziert, da der Wertbeitrag aus der fortgesetzten Verwendung der Marke für die Filtrationsprodukte von Merck sowie aus der weiteren Verwendung der Marke als Namensbestandteil im Marktauftritt von Life Science in den USA sowie in Kanada den Restbuchwert der Marke überstieg. Der im Rahmen der Kaufpreisallokation der Serono SA für die Marke „Serono“ angesetzte immaterielle Vermögenswert war zum Zeitpunkt des neuen Markenauftritts bereits vollständig abgeschrieben.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Merck überprüft an jedem Abschlussstichtag, inwieweit objektive Hinweise auf eingetretene Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten vorliegen, und nimmt bei Bedarf Wertminderungen in dem für erforderlich gehaltenen Umfang vor. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Buchwert sich zum 31. Dezember 2015 auf 2.738,3 Mio € (Vorjahr: 2.219,5 Mio €) belief.

Maßgebliche Indikatoren im Rahmen der Identifikation wertgeminderter Forderungen und der daran anschließenden Werthaltigkeitsprüfung sind insbesondere Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, nachteilige Veränderungen volkswirtschaftlicher oder regionaler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sowie erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners. Diese Einschätzungen sind ermessensbehaftet.

Sonstige Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten

Merck ist als global agierendes Unternehmen für Hochtechnologie-Produkte einer Vielzahl von Risiken aus Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Dazu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Pharmarecht, Patentrecht, Steuerrecht und Umweltschutz. Merck ist Partei in gerichtlichen Verfahren und behördlichen Ermittlungen, deren Ausgang ungewiss ist. Eine ausführliche Beschreibung der bedeutendsten zum Bilanzstichtag bestehenden Rechtsfälle findet sich in den Anmerkung [27] „Rückstellungen“ und [39] „Eventualverbindlichkeiten“. Die in diesem Zusammenhang gebildeten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten betreffen überwiegend den Unternehmensbereich Healthcare und beliefen sich zum Abschlussstichtag auf 490,6 Mio € (Vorjahr: 393,1 Mio €).

Merck greift bei der Beurteilung des Vorliegens einer Ansatzpflicht von Rückstellungen und bei der Quantifizierung drohender Ressourcenabflüsse auf Erkenntnisse der Rechtsabteilung sowie eventuell mandatierter Rechtsanwälte zurück. Ungeachtet dessen sind sowohl die Beurteilung der Existenz einer gegenwärtigen Verpflichtung als auch die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Ressourcenabflusses in hohem Maße unsicherheitsbehaftet. In gleichem Maße ist auch die Bewertung einer möglichen Zahlungspflicht aufgrund der hohen Ungewissheit als wesentliche Quelle von Schätzungsunsicherheit anzusehen. So kann der Zeitpunkt der Inanspruchnahme frühestmöglich mit der Vereinbarung eines außergerichtlichen Vergleichs oder der Beendigung eines Gerichtsverfahrens verlässlich bestimmt werden.

Merck ist in gewissem Umfang Verpflichtungen zur Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen ausgesetzt und wies zum 31. Dezember 2015 Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von 126,9 Mio € aus (Vorjahr: 123,7 Mio €). Die zugrunde liegenden Verpflichtungen bestanden überwiegend in Deutschland, Lateinamerika und den USA. Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus Bodensanierungen und Grundwasserschutz im Zusammenhang mit dem aufgegebenen Pflanzenschutzgeschäft gebildet.

Die Ermittlung des Barwerts des künftigen Erfüllungsbetrags erfordert unter anderem Einschätzungen bezüglich des zukünftigen Erfüllungszeitpunkts, des tatsächlichen Ausmaßes erkannter Kontaminationen, der anzuwendenden Sanierungsmethoden, der damit verbundenen zukünftigen Kosten sowie des Diskontierungsfaktors. Die Bewertung erfolgt regelmäßig unter Hinzuziehung von unabhängigen Sachverständigengutachten. Ungeachtet dessen ist die Bestimmung des zukünftigen Erfüllungsbetrags der Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen in erheblichem Umfang unsicherheitsbehaftet.

Merck ist im Fall der Einstellung von klinischen Entwicklungsprojekten regelmäßig verpflichtet, für einen gewissen Zeitraum in der Zukunft für unvermeidbare Nachlaufkosten aufzukommen. Die Bewertung dieser Rückstellungen erfordert Schätzungen hinsichtlich des zeitlichen Umfangs und der Höhe der nachlaufenden Kosten.

Neben Rückstellungen unterliegen auch Eventualverbindlichkeiten Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. So bestehen bei Eventualverbindlichkeiten aus laufenden Rechts- und Steuerstreitigkeiten die gleichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume wie bei den Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten. Daher sind Existenz und Höhe des nicht unwahrscheinlichen Ressourcenabflusses genauso mit Schätzungsunsicherheiten behaftet wie der Entstehungszeitpunkt einer möglichen Verpflichtung.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Merck unterhält mehrere leistungsorientierte Pensionspläne, insbesondere in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien. Im Rahmen der Ermittlung des Verpflichtungsbarwerts aus diesen leistungsorientierten Pensionsplänen sind im Wesentlichen Schätzungen des Abzinsungssatzes, künftiger Gehaltssteigerungen, künftiger Rentensteigerungen sowie künftiger Steigerungen der Kosten für medizinische Versorgung erforderlich.

Detaillierte Informationen zu den bestehenden Pensionsverpflichtungen sowie eine Sensitivitätsanalyse der zuvor genannten Parameter sind in den Anmerkung [26] „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ und im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ in Anmerkung [64] „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ offengelegt. Der in der Konzernbilanz erfasste Wert für „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ belief sich zum Abschlussstichtag auf 1.836,1 Mio € (Vorjahr: 1.820,1 Mio €), der Verpflichtungsbarwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2015 4.152,7 Mio € (Vorjahr: 3.812,7 Mio €).

Ertragsteuern

Die Ermittlung der bilanziell angesetzten Vermögenswerte und Schulden aus laufenden und latenten Ertragsteuern erfordert umfangreiche Ermessensausübungen, Annahmen und Schätzungen. Die Ertragsteuerverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 1.011,3 Mio € (Vorjahr: 849,8 Mio €). Die Buchwerte der aktiven beziehungsweise passiven latenten Steuern betrugen zum Abschlussstichtag 1.049,6 Mio € beziehungsweise 2.852,7 Mio € (Vorjahr: 992,9 Mio € beziehungsweise 818,4 Mio €).

Die angesetzten Ertragsteuerverbindlichkeiten und -rückstellungen basieren zum Teil auf Einschätzungen und Auslegungen von Steuergesetzen und -verordnungen in unterschiedlichen Jurisdiktionen.

In Bezug auf latente Steuerpositionen bestehen Unsicherheitsgrade hinsichtlich des Zeitpunkts, zu dem ein Vermögenswert realisiert beziehungsweise eine Schuld erfüllt wird, sowie über die Höhe des zu diesem Zeitpunkt gültigen Steuersatzes. Dies betrifft in besonderem Maße passive latente Steuern, die im Rahmen der Akquisitionen der Sigma-Aldrich Corporation, der Millipore Corporation, der Serono SA sowie der AZ Electronic Materials S.A. angesetzt wurden. Der Ansatz aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge erfordert eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Verwertbarkeit von Verlustvorträgen. Einflussfaktoren, die im Rahmen dieser Einschätzung Berücksichtigung finden, sind die Ergebnishistorie, die Ergebnisplanung sowie eine eventuell existierende Steuerplanungsstrategie des jeweiligen Konzernunternehmens.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen und aufgegebene Geschäftsbereiche

Die Einschätzung, ab wann ein langfristiger Vermögenswert, eine Veräußerungsgruppe oder ein aufgegebener Geschäftsbereich die Voraussetzungen für eine Klassifizierung als „zur Veräußerung gehalten“ erfüllt, ist in hohem Maße ermessensbehaftet. Selbst im Falle einer vorliegenden Managemententscheidung zur Prüfung einer Veräußerung ist eine unsicherheitsbehaftete Einschätzung zu treffen, inwieweit eine entsprechende Veräußerung innerhalb eines Jahres höchstwahrscheinlich stattfinden wird oder nicht.

Anzuwendender Wechselkursmechanismus in Venezuela

Der Merck-Konzern importiert und vertreibt über Tochtergesellschaften Produkte in Venezuela. Die Umrechnung der lokalen Abschlüsse von der funktionalen Währung Venezolanischer Bolivar in die Berichtswährung Euro hat unter analoger Anwendung von IAS 21.26 mit dem Wechselkurs zu erfolgen, zu dem zukünftige Cash Flows, die durch Geschäftsvorfälle oder Salden dargestellt werden, hätten abgerechnet werden können, wenn sie am Bewertungsstichtag stattgefunden hätten.

Der Venezolanische Bolivar gehört zu den nicht frei konvertierbaren Währungen, sodass sein Umtausch in andere Währungen genehmigungspflichtig ist und zu einem der staatlich festgesetzten Kurse zu erfolgen hat. Zum 31. Dezember 2015 bestanden in Venezuela die drei nachfolgenden Wechselkursmechanismen:

  • „CENCOEX“ (6,3 Bolivar pro US-Dollar): Offizieller privilegierter Wechselkursmechanismus, der ausschließlich für die Einfuhr prioritärer lebensnotwendiger Waren wie Lebensmittel und Medikamente gewährt wird;
  • „SICAD“ (13,5 Bolivar pro US-Dollar): Offizieller Wechselkursmechanismus, dessen Kursfestlegung auf Basis durchgeführter Auktionen erfolgt;
  • „SIMADI“ („Marginal Currency System“) (198,7 Bolivar pro US-Dollar): Offizieller Wechselkursmechanismus, der Privatpersonen sowie Unternehmen den Ankauf und Verkauf von Devisen mit geringeren Restriktionen als in den übrigen Wechselkursmechanismen erlaubt.

In der Vergangenheit stellte Merck für die Umrechnung der lokalen Abschlüsse von der funktionalen Währung Venezolanischer Bolivar in die Berichtswährung Euro auf den privilegierten Wechselkursmechanismus CENCOEX ab. Im Jahr 2015 wurden seitens der venezolanischen Behörden in immer geringerem Umfang Genehmigungen zur Bezahlung von Importen zu diesem privilegierten Wechselkurs gewährt. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Entwicklung der Zahlungseingänge sowie aufgrund der seit dem letzten Bilanzstichtag weiter gestiegenen Ungewissheit, inwieweit der privilegierte CENCOEX-Wechselkursmechanismus auch weiterhin zur Verfügung stehen wird, kam die Geschäftsleitung des Merck-Konzerns zu der Einschätzung, dass bei der Umrechnung der lokalen Abschlüsse ab dem 1. Juli 2015 von der funktionalen Währung Venezolanischer Bolivar in die Berichtswährung Euro auf den SIMADI-Wechselkursmechanismus abzustellen ist.

Diese Einschätzung ist ermessenbehaftet. Die Entwicklung der Zahlungseingänge sowie der Wechselkursmechanismen wird durch Merck weiterhin eng beobachtet. Sofern sich die Zahlungsraten wieder verbessern sollten oder nicht mehr davon auszugehen ist, dass der SIMADI-Kurs der relevante Kurs für die Umrechnung von lokaler Währung in die Berichtswährung Euro ist, kann dies zu einer geänderten Einschätzung führen, die wiederum eine veränderte Währungsumrechnung auslösen kann.

Merck erzielte auf dieser Basis im Geschäftsjahr 2015 Umsatzerlöse in Höhe von 175,1 Mio €, davon entfielen auf das erste Halbjahr 2015 Umsatzerlöse in Höhe von 168,3 Mio €. Im Jahr 2014 beliefen sich die Umsatzerlöse unter Anwendung des CENCOEX-Wechselkurses auf 221,1 Mio €. Umgerechnet mit dem SIMADI-Kurs zum 31. Dezember 2015 betrug der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Venezuela 8,2 Mio €. Diese wurden als verfügungsbeschränkt klassifiziert.

Weitere Ermessensentscheidungen, Annahmen und Quellen von Schätzungsunsicherheiten

Weitere Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen werden durch Merck in den folgenden Bereichen vorgenommen:

  • Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte beziehungsweise finanzieller Verbindlichkeiten,
  • bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen aus erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktionen,
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Finanzinstrumenten sowie von derivativen Finanzinstrumenten,
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Verbindlichkeiten aus anteilsbasierten Vergütungen,
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der als Planvermögen angesetzten Vermögenswerte.