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Karl-Ludwig Kley
Vorsitzender der
Geschäftsleitung

2015 war ein tolles Jahr für Merck. Mit der Akquisition von Sigma-Aldrich haben wir den Portfolio-Umbau der letzten zehn Jahre erfolgreich abgeschlossen. Forschungsfortschritte und richtungsweisende Investitionen haben die Tür für zukünftige Erfolge aufgestoßen. Und unser neuer Markenauftritt demonstriert Selbstbewusstsein; er zeigt, was Merck ausmacht.

Wichtiger noch: Wir sind erneut profitabel gewachsen. Unsere Umsatzerlöse stiegen 2015 um 13% auf 12,8 Mrd €. Die wichtigste Ertragskennzahl, das EBITDA vor Sondereinflüssen, wuchs um 7,1% auf 3,6 Mrd €. Das Ergebnis nach Steuern sank indes um 3,5% auf 1,1 Mrd €.

Neben akquisitionsbedingten Effekten trug organisches Umsatzwachstum in Höhe von 2,6% zu diesem guten Jahr bei. Anders als im Vorjahr erhielten wir 2015 zudem Rückenwind durch positive Währungseffekte.

Der Business Free Cash Flow lag bei 2,8 Mrd € und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahrs. In den ersten zehn Monaten konnten wir unsere Nettofinanzverschuldung vollständig zurückführen. Wegen der Übernahme von Sigma-Aldrich erhöhte sie sich zum Jahresende erwartungsgemäß auf 12,7 Mrd €. Unser Ziel ist, wie nach den großen Zukäufen der Vergangenheit, eine rasche Entschuldung.

Unser Fokus auf globale Wachstumsmärkte hat sich auch 2015 ausgezahlt. Asien-Pazifik hatte mit 33% nicht nur den größten Anteil am Konzernumsatz, sondern steuerte auch das größte Umsatzwachstum bei. Mehr als die Hälfte unseres gesamten Umsatzwachstums wurde 2015 in dieser Region erzielt.

Der Höhenflug der Kapitalmärkte Anfang 2015 gab auch der Merck-Aktie Auftrieb. Am 10. April erreichte sie ein neues Allzeithoch von 111,25 €. Sie zeigte sich zugleich in der zweiten Jahreshälfte widerstandsfähiger als andere Papiere. Auf Jahressicht stieg der Kurs der Merck-Aktie um 14% und damit um fast 5 Prozentpunkte mehr als der DAX®.

Wir möchten, dass die Dividende die positive Entwicklung des Unternehmens reflektiert. Daher werden wir der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende um 5 Cent auf 1,05 € je Aktie anzuheben.

Fünf Veränderungen des Jahres 2015 waren für die strategische Entwicklung von Merck besonders bedeutsam:

  • Die Akquisition des Life-Science-Unternehmens Sigma-Aldrich ist die größte Übernahme in unserer fast 350-jährigen Firmengeschichte. Merck ist damit zu einem der größten Life-Science-Anbieter weltweit aufgestiegen. Unseren Kunden können wir nun ein breiteres Portfolio bieten als jedes andere Unternehmen. Wir betreiben jetzt die führende E-Commerce-Plattform der Branche.

    Mit diesem Schritt haben wir nicht nur unser Life-Science-Geschäft deutlich erweitert, sondern auch einen vorläufigen Schlussstrich unter den Umbau unseres Portfolios gesetzt. Seit 2007 haben wir Merck durch Übernahmen und Verkäufe neu ausgerichtet. Das hat das Unternehmen grundlegend verändert und zukunftsfähig gemacht. Merck steht heute auf drei starken Säulen – Healthcare, Life Science und Performance Materials. Jeder Unternehmensbereich kann nun, sowohl aus eigener Kraft als auch in Synergie mit den anderen Unternehmensbereichen, die Geschäfte fortentwickeln und weiter wachsen.

  • Unsere Forschung in der Immunonkologie hat 2015 gute Fortschritte erzielt. Sie hat zum Ziel, das menschliche Immunsystem für den Kampf gegen Krebszellen zu aktivieren. Bis zum Ende des Jahres konnten wir 20 klinische Studien beginnen, um die Wirksamkeit unseres Wirkstoffs Avelumab zu testen. Lungen-, Eierstock-, Magen- und Blasenkrebs sind die wichtigsten Indikationsgebiete.

    Die bisherigen Ergebnisse sind erfolgversprechend und wurden von den Zulassungsbehörden in Europa und den USA gewürdigt. Wir sind überzeugt, dass Merck in der Immunonkologie einen wichtigen Beitrag leisten und das Leben von Patienten nachhaltig verbessern kann. Wir wollen ein wichtiger Anbieter in diesem vielversprechenden Markt werden.

  • Auf die Leistungs- und Innovationsfähigkeit von Performance Materials war auch 2015 Verlass. Unsere globale Marktführerschaft bei Flüssigkristallen konnten wir klar verteidigen, besonders dank ständiger Neuentwicklungen. Die UB-FFS-Technologie war beispielsweise ein Durchbruch bei der Energieeffizienz von Displays für mobile Geräte. Merck erhielt hierfür 2015 den Deutschen Innovationspreis.

    Das Geschäft mit organischen Leuchtdioden (OLEDs) hat unsere eigenen Erwartungen übertroffen. Es ist schnell gewachsen. Wir konnten zahlreiche neue Kunden hinzugewinnen. Mit Investitionen in Forschung und Produktion in Korea und Darmstadt ebnen wir den Weg für weitere Erfolge in diesem Zukunftsmarkt.

  • Wir wollen in Zukunft noch mehr über den Tellerrand unserer bestehenden Geschäfte hinausblicken. Deshalb entsteht im Herzen unserer Konzernzentrale in Darmstadt ein Innovationszentrum. Die Bauarbeiten dafür schreiten gut voran.

    Bereits 2015 hat ein modulares Innovationszentrum die Arbeit aufgenommen. Interne Projektteams und ausgewählte Start-ups sind eingezogen, um interdisziplinäre Ansätze und neue Ideen zu verfolgen. Zwar werden die Zuständigkeit für Produktinnovationen und die Weiterentwicklung von bestehenden Technologien auch künftig bei den Geschäften liegen. Doch mit dem Innovationszentrum schaffen wir Raum, um darüber hinauszugehen. Denn: Wir wollen technologische Trends nicht nur begleiten, sondern prägen.

  • Die Einführung unseres neuen Markenauftritts hat weit über das Unternehmen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt. Sie ist bunt und voller Energie – und passt damit bestens zu uns. Merck hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Wir sind heute kein traditionelles Pharma- und Chemieunternehmen mehr, sondern ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen mit globaler Reichweite. Mit der neuen Marke können wir Merck so zeigen, wie es heute ist. Bei der Gestaltung der visuellen Elemente haben wir uns durch die faszinierende Welt unter dem Mikroskop inspirieren lassen.

    Wir zeigen, dass wir ein starkes, zusammengehöriges Unternehmen sind. Deshalb haben wir die eigenständigen Geschäftsmarken abgeschafft. Merck Serono und Merck Millipore heißen nun schlicht und einfach Merck. Leider hat sich nichts daran geändert, dass wir in den USA und Kanada andere Namen führen müssen. Die neue Marke gibt uns jedoch kreative Möglichkeiten, auf beiden Seiten des Atlantiks zu zeigen, dass wir zusammengehören. Und sie hebt uns deutlich vom Wettbewerb ab. Wir sind nun überall unverwechselbar.

2015 hat sich bei Merck also viel verändert. Gleichzeitig sind wir unseren unternehmerischen Werten treu geblieben. Die Wünsche und Bedürfnisse von Kunden und Patienten stehen unverrückbar im Mittelpunkt unserer Anstrengungen. Unser Bekenntnis zu Qualität und unsere Leidenschaft für neue Entdeckungen sind ungebrochen. Wir streben nach langfristigem, nachhaltigem Wachstum und legen unsere sechs Unternehmenswerte – Mut, Leistung, Verantwortung, Respekt, Integrität und Transparenz – als Maßstab an unsere Arbeit an.

Diese Kombination aus identitätsstiftendem Fundament und Veränderungsbereitschaft macht Merck erfolgreich – und das wird so bleiben.

Merck ist heute so gut aufgestellt wie nie zuvor. Wir können stolz auf das sein, was Merck heute ist: ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, das mit seinen Ideen und Produkten etwas in der Welt bewegen kann. Mit unseren drei Unternehmensbereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials sind wir nicht nur erfolgreich, sondern verbessern auch das Leben von Patienten, Kunden und Partnern auf der ganzen Welt.

Unsere 50.000 Mitarbeiter machen all das möglich. Rund um den Globus suchen sie nach neuen Lösungen und den besten Antworten für unsere Kunden. Mit Entdeckungsfreude, Kreativität und persönlichem Einsatz machen sie täglich aufs Neue den Erfolg von Merck möglich. Dafür gebührt jedem einzelnen von ihnen mein ausdrücklicher Dank.

Wie bereits im Oktober 2015 bekannt gegeben, werde ich mein Amt als Vorsitzender der Geschäftsleitung Ende April 2016 niederlegen. Mit meinem Nachfolger Stefan Oschmann habe ich in den vergangenen Jahren hervorragend zusammengearbeitet. Er hat entscheidend dazu beigetragen, Merck fit für die Zukunft zu machen. Ich weiß das Unternehmen bei ihm in guten Händen.

Meine Jahre bei Merck waren fordernd, ereignisreich und erfüllend. Es war mir eine Ehre, dieses wunderbare Unternehmen durch große Veränderungen zu führen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung in dieser Zeit. Bleiben Sie Merck gewogen und freuen Sie sich auf die nächsten Kapitel in der fast 350-jährigen Erfolgsgeschichte dieses Unternehmens.

Karl-Ludwig Kley
Vorsitzender der Geschäftsleitung